| 12 Mai |

Die Nacht auf der Hütte ist vorüber, die Brote für den Tag geschmiert und der Rucksack gepackt. Wir verlassen die Hütte, auf der wir unsere Nacht verbracht haben. Zurück bleibt die Crew der Hütte, die in letzter Zeit immer häufiger Probleme hat, geeignete Arbeitskräfte zu finden. Denn viele Mitarbeiter werfen nach kurzer Zeit das Handtuch. Michael Riml berichtet auf derStandard.at:
"Elf Stunden täglich, sieben Tage die Woche versorgt Riml die bergsteiger, kellnert, putzt, hält die Hütte in Schuss, hilft bei der Tourenplanung und leistet, wenn es nötig ist, auch erste Hilfe. "Allein geht das alles nicht, dazu braucht es die Familie", sagt er. Reich werde man davon nicht, fügt er hinzu und lächelt. "Aber wenn wir die meiste Arbeit selber tun, können wir davon ganz gut leben." Mitarbeiter zu finden sei heroben nicht einfach. Viele hätten eine falsche romantische Vorstellung vom Bergleben und würden nach wenigen Wochen das Handtuch werfen. Andere hingegen seien zu wenig naturverbunden."
Die wenigsten Hütten lassen sich rentabel führen. Die Hütten, die Gewinn abwerfen, halten damit die übrigen Hütten am Leben, viele überleben nur dank Zuschüsse. Daher hat der -AV seit 1970 über 40 Hütten verkauft, die nun meist privat betrieben werden. Der Grund dafür sind die steigenden Kosten. In großer Höhe müssen sich die Hütten alleine versorgen, viele haben Solaranlagen, eigene Klärwerke und Wasserkraftwerke. So kann eine Kilowattstunde Strom locker 3 bis 4 Euro kosten, einmal Toilettenspülen 5 Euro. Die Versorgung muss per Helikopter erfolgen, wenn keine Materialseilbahn vorhanden ist.
Ich denke, nun verstehen die meisten die recht hohen Preise für Übernachtung und Verpflegung auf den Hütten. Ein Abriss oder das Stilllegen von unrentablen Hütten, wie es auf deutscher Seite zur Diskussion steht, ist meines Erachtens nicht zu empfehlen. Denn damit würde die Infrastruktur und auch die Vielfalt der begehbaren Routen erheblich beeinträchtigt.


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